Der Unbeugsame: MDR KULTUR erinnert an Hans Fallada

Der gebürtige Greifswalder gilt als einer der bedeutendsten sozialkritischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Zum 70. Todestag erinnert der MDR in Radio, TV und Online an Hans Fallada.

Den Auftakt gibt „MDR KULTUR – Das Radio“ in einem-Spezial „Hans Fallada: Kleiner Mann wird immer größer“ am Donnerstag, 2. Februar, 18.05 Uhr. Der Literaturwissenschaftler Peter Walther, der kürzlich eine Biografie des Schriftstellers veröffentlicht hat, ergründet in der Sendung dessen vielschichtige Persönlichkeit und stellt das Fallada-Museum im mecklenburgischen Carwitz vor. Mit „Mäuseken Wackelohr“ und den „Geschichten aus der Murkelei“ hat Fallada auch Evergreens für Kinder geschrieben. Das Radio-Spezial fragt, warum diese Texte auch heute noch lesenswert sind? Ein weiterer Beitrag widmet sich dem posthum erschienenen Werk „Der Trinker“, das der Berliner Illustrator Jakob Hinrich als Graphic Novel verarbeitet hat. Fallada schildert in dem Roman vor allem seinen Kampf gegen den Alkohol und verarbeitet auch die Trennung von seiner Frau.

Das TV-Kulturmagazin „artour“ erinnert dann am selben Abend, um 22.05 Uhr an Falladas Zeit als „Sonderführer“ des Reichsarbeitsdienstes in Frankreich 1943. „artour“ zeigt erstmals Briefe, die er in dieser Zeit an seine Frau schrieb und die das Bild eines sehr widersprüchlichen Menschen zeichnen. Insgesamt fügen sich diese widersprüchlichen Beschreibungen gut in das von der Sucht bestimmte Leben Falladas. Er war süchtig nach Alkohol und Drogen und danach, Menschen zu beobachten und zu beschreiben. Zitat Fallada: “ Ich bin ein Menschenfresser, nein, ich bin ein Menschensammler …“

Abgerundet wird der Themenschwerpunkt mit dem Kinderhörspiel „Geschichten aus der Murkelei: Geschichte vom Unglückshuhn“ am Sonntag, 5. Februar, 7.05 Uhr bei „MDR KULTUR – Das Radio“.

Januar 31, 2017